Berufsverband Deutscher Nervenärzte in Niedersachsen


BVDN-Pressemitteilung - Neu! Große Allianz zur psychischen Versorgung
Fach- und sektorenübergreifendes Bündnis fordert politisches Handeln zur zukunftssicheren und patientenorientierten Versorgung.
(18. Juli 2016) Fach- und sektorenübergreifendes Bündnis fordert politisches Handeln zur zukunftssicheren und patientenorientierten Versorgung. Staatssekretär Karl-Josef Laumann begrüßt die Initiative. Die Versorgung von neurologisch und psychisch Erkrankten ist eine der wichtigsten Herausforderungen an eine zukunftsorientierte Gesundheitspolitik. Die steigende Zahl der Patientinnen und Patienten in diesem Bereich erfordert ein konsequentes und strukturiertes Handeln aller für die Gesundheitsversorgung und Prävention Zuständigen. Bereits vor einiger Zeit haben sich daher die führenden fachärztlichen Verbände für Erkrankungen des Zentralen Nervensystems zum Spitzenverband ZNS zusammengeschlossen.

Multidisziplinäre, multimodale, fach- und sektorenübergreifende Versorgung auf dem aktuellsten Stand ist das Ziel. Studien belegen, dass neurologische und psychische Erkrankungen 26 Prozent der gesellschaftlichen Gesamtbelastung durch Krankheiten in der EU ausmachen. Nur ein Drittel aller Betroffenen wird trotz erheblicher medizinischer Fortschritte adäquat versorgt.

Den Kampf gegen diesen Versorgungsnotstand will nun eine große „Allianz zur psychischen Versorgung" aufnehmen. Neben den fachärztlichen Experten des Spitzenverbands ZNS wollen weitere Verbände wie die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPtV e.V.) sowie der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (BVVP) ein konzentriertes Vorgehen der in der psychischen Versorgung aktiven Heilberufe mittragen.

Ein Ziel der Allianz ist, den Gesetzgeber zu bewegen, alle maßgeblichen Akteure der Selbstverwaltung mit der zeitnahen Entwicklung eines entsprechenden sektorenübergreifenden Versorgungsauftrags, auch unter Einschluss des Hometreatment, zu beauftragen.
Die Allianz bietet jedwede Unterstützung bei der Erarbeitung eines solchen Versorgungskonzepts.
Die Partner der Allianz lehnen eine rein sektorale Entwicklung der ambulanten Versorgung durch Krankenhäuser ab und erwarten von den gesundheitspolitischen Entscheidungsträgern die Unterstützung für ein tragfähiges Versorgungskonzept zum Wohle der Patienten.
Die Allianz ist prinzipiell offen für alle weiteren Verbände, Institutionen und Fachorganisationen, die innovative Konzepte in neue tragfähige und zukunftsorientierte Versorgungsmodelle und -verträge führen wollen. Sie wird in diesem Sinne ab sofort gesundheits- und gesellschaftspolitisch aktiv daran arbeiten, diese Ideen patientengerecht in die Realität umzusetzen.

Unterstützt wird die Allianz auch durch Staatssekretär Karl-Josef Laumann, den Beauftragten für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigten für Pflege der Bundesregierung. Laumann zeigte sich der Initiative gegenüber zuversichtlich, durch die Bündelung von Kompetenz und fachlichem Engagement die Herausforderungen einer zukunftsorientierten Versorgung besser zu bewältigen.

Hintergrund:
In Deutschland sind ca. 6750 Nervenärzte, Neurologen, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie 6084 Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Ärztliche Psychotherapeuten in der ambulanten Versorgung tätig. Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten nehmen mit einer Zahl von 22547 an der vertragsärztlichen Versorgung teil.

www.bvdn.de; www.bv-psychiater.de; www.bv-neurologe.de; www.kinderpsychiater.org; www.bpm-ev.de

Pressekontakt Jochen Lamp: 0172 4576407

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Artikel vom 18.07.2016, http://www.bvdn.de/